Folar (Portugiesisches Osterbrot, süß)

Folar

Hat da etwa jemand Ostereier versteckt? Zwei Dinge seien hier zugegeben: 1) Die Eier sind nicht sooo schwer zu finden. 2) Mit dem Backergebnis bin ich geschmacklich zwar sehr zufrieden, nicht jedoch mit der Optik. Beim nächsten Backen wird das obige Bild durch ein hoffentlich schöneres ersetzt…

Stets auf der Suche nach hierzulande ungewöhnlichen Backwaren, spitzte ich meine Osterhasenohren, als ein Nachbar, der mehrmals jährlich nach Portugal reist, von einem traditionellen Brot erzählte, das es nur an Ostern gebe und in das ganze Eier eingebacken werden. Mehr wußte er nicht, und so gestalteten sich meine Recherchen als schwierig. Bis ich auf Angelo stieß, den Autor des Blogs „Planet Portugal“. Er antwortete sehr freundlich – und nahm meine Anfrage sogleich zum Anlaß, auf seinem Blog über diese portugiesische Spezialität zu berichten.

Nachdem Ihr hier ausführlich darüber lesen könnt, nur kurz: Jedes Jahr an Ostern erhalten Kinder von ihren Patenonkeln bzw. –tanten einen Folar überreicht. Diese Brote sind meist süß (entsprechend unseren Hefezöpfen, gewürzt bzw. angereichert je nach Region mit Anis, Zimt, Zitrone, Orange, Honig, Fenchel, Mandeln, Rosinen oder anderen Trockenfrüchten, Schokolade…) oder aber pikant: Hier werden dem (in diesem Fall natürlich ungesüßten) Teig gewürfelter Speck, Salami oder andere Wurst beigemengt.

Die Teigrezepte unterscheiden sich teils eklatant. Ich habe mich grundsätzlich an ein Rezept des „Portugal-forum“ gehalten, allerdings einen Hefevorteig hinzugefügt und einige weitere Details verändert.

Gesamtzutaten (für ca. 1 kg Folar)

  • 130 g Wasser
  • 120 g Weizenmehl Vollkorn
  • 21 g Frischhefe
  • 600 g Weizenmehl 405
  • 90 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 20 g Schweineschmalz
  • 7 Eier + 1 Eigelb
  • ¼ TL Salz
  • 1 Msp. Anispulver
  • 1 Msp. Zimt
  • Abrieb ½ Zitrone

Zubereitung

Vorteig

  • 130 g Wasser
  • 120 g Weizenmehl Vollkorn
  • 1 g Frischhefe

Vermischen, 18 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

Hauptteig

Vorteig und alle weiteren Zutaten bis auf 3 Eier 15 – 20 Minuten lang zu einem geschmeidigen Teig kneten. Die drei restlichen Eier 7 ½ Minuten lang hart kochen. Dabei getrocknete Zwiebelschalen mitköcheln lassen, damit die Eier schön braun werden. Den Teig bei Raumtemperatur 2 Stunden lang gehen lassen.

Einen kleinen Teil des Teiges zu einem ca. 60 cm langen und 1 cm dicken Teigstrang rollen und zu drei gleichlangen Stücken schneiden. Den restlichen Teig zu einem Laib wirken und mit dem Schluß nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Drei Mulden im Umfang der Eier formen, das geht besonders gut, wenn man den Teig an den drei Stellen zunächst etwas einschneidet. Die gekochten Eier in die Mulden setzen. Die Teigstränge darüberlegen und an den Enden andrücken. An einem warmen Ort 30 Minuten lang gehen lassen.

Bei 180°C einschießen. Eigelb mit etwas lauwarmen Wasser verquirlen, den Folar nach 25 Minuten Backzeit damit einpinseln. 20 Minuten lang fertig backen, bis der Folar goldbraun ist.

Bei meinem ersten Backversuch habe ich – wie in allen Rezepten steht – den Folar bereits vor dem Backen mit Eigelb bestrichen, dadurch wurde der Folar etwas zu dunkel, bei fast allen anderen Folar-Bäckern übrigens auch, wie man an den vielen, zu dunkel gewordenen Bildern im Internet sehen kann. Deshalb empfehle ich das Einpinseln erst nach gut der Hälfte der Backzeit vorzunehmen.

Rezept als PDF (mit Zeitplan)

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