Dresdner Christstollen
Eigentlich müsste ich diesen besonders gehaltvollen Stollen „Christstollen Dresdner Art“ nennen, da Dresdner Stollen seit 2010 im EU-Register als „Erzeugnis mit geschützter geographischer Angabe“ eingetragen ist. Doch wir wollen ja unseren Stollen nicht verkaufen, sondern selbst verzehren.
Entscheidend ist der Mindestgehalt an Butter, Mandeln und Früchten, und diese Richtlinie halten wir – in leicht veränderter Zusammensetzung – locker ein. Es dürfen keine Ersatzfette oder künstlichen Zusatzstoffe enthalten sein. Er muß von Hand geformt und darf in keiner Backform gebacken werden.
Im Laufe der Jahrzehnte habe ich schätzungsweise eine halbe Tonne Christstollen auf der Grundlage eines Rezeptes aus einem sehr alten Backbuch gebacken, dabei die Zubereitung immer wieder optimiert. Es ist einfach der klassische Stollen ohne Firlefanz. Obgleich ich immer wieder andere Rezepte getestet habe - die von mir mit meinen Stollen Beschenkten baten jedes Mal, nächsten Herbst lieber wieder das Original zu backen.
Wichtig ist, dass der Stollen mindestens drei Wochen ruhen muss, besser länger. Wenn wir ihn in unserer (mehr als verständlichen Neu-)Gier zu früh anschneiden, ist er noch trocken und bröselt. Im Laufe der Zeit wird unser Stollen immer saftiger.
Gesamtzutaten (für ca. 1,2 kg)
- 30 g Hefe
- 375 g Weizenmehl Type 550
- 65 g Milch
- 190 g Butter (für den Teig) + Butter zum Bestreichen
- 60 g Zucker (für den Teig) + Zucker zum Bestreuen
- 3 g Salz
- 1 kleine Zitrone (unbehandelt, die Schale)
- 225 g Rosinen
- 40 g Mandeln, geschält u. gestiftelt
- 30 g Orangeat
- 30 g Zitronat
- 45 g Rum
- 2 Pck. Bourbon-Vanillezucker
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Die Zutaten werden am Vorabend in die warme Stube gebracht, damit sie die gleiche Temperatur bekommen. Früchte, Mandeln und die abgeriebene Zitronenschale in eine Schüssel geben, den Rum darübergießen, vermischen, abgedeckt ruhen lassen, ab und zu nochmals vermengen.
Am nächsten Tag die Hefe in eine große Schüssel bröseln, etwas lauwarme Milch (nicht über 30 °C) und etwas Zucker untermischen, mit Mehl bestäuben, ca. 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.
Inzwischen das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben. 190 g Butter in Flocken darüberstreuen, außerdem 60 g Zucker und das Salz.
Die aufgegangene Hefe über die Mehlmischung geben. Zunächst mit einem großen Messer alles bröselig hacken, dann mindestens 20 Minuten kneten, dabei die lauwarme Milch nach und nach zugeben. Der Teig muß sein speckiges Aussehen verloren haben und darf nicht mehr kleben. Die Früchte dazugeben und möglichst kurz unterkneten, weil der Teig sonst unansehnlich wird. Ich mache aus dem Teig zunächst einen großen, flachen Fladen, verteile dann die eingeweichten Früchte darauf, drücke sie leicht in den Teig, rolle den Teig mitsamt den Früchten auf und drücke den Teig dann mehr, als dass ich ihn knete. Wenn ich gleich mehrere Stollen backe, schneide ich den Fladen mit den Früchten in entsprechend viele Stücke, die ich dann jeweils aufrolle. Nun den Teig zu Kugeln formen und 30 Minuten lang zugedeckt gehen lassen.
Die Kugel zu einem länglichen Laib formen. Mit der Handkante längs eine starke Rille eindrücken, so dass eine Seite etwa doppelt so breit ist, wie die andere. Die große Hälfte über die kleine klappen, den Stollen nochmals in Form bringen. Da die Stollen beim Backen immer in die Breite laufen, forme ich die Stollen zu möglichst hohen Laiben, so dass sie vor dem Backen höher als breit sind.
Backblech zunächst mit Alufolie, dann mit Backpapier belegen. Stollen darauflegen und zugedeckt nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen. Ofen auf ca. 240 °C (Ober- / Unterhitze) vorheizen.
Stollen in den Ofen schieben. Nach 15 Minuten Backzeit die Temperatur auf 170 °C herunterschalten. Die Backzeit beträgt - als Richtlinie – bei 1,2 kg–Stollen ca. 65 Minuten, bei 600 g–Stollen ca. 50 Minuten. Regelmäßig in den Ofen schauen und die Stollen, sobald sie braun werden, gut mit Alufolie abdecken. Ich lege die großzügig bemessene Folie auf den Stollen und drücke sie vorsichtig unter Zuhilfenahme eines Küchentuchs rundherum an. Kurz vor Ende der Backzeit die übrige Butter zum Schmelzen bringen und den restlichen Zucker mit dem Vanillezucker vermischen.
Stollen sofort nach dem Backen mit flüssiger Butter bestreichen. Vollständig auskühlen lassen. Dann nochmals mit heißer Butter einpinseln. Den Stollen sofort rundum mit der Zuckermischung bestreuen, dann von allen Seiten dick mit Puderzucker bestäuben, mit einem Tee- oder Mehlsieb. Dicht in Alufolie verpacken und an einem kühlen Ort 3–6 Wochen reifen lassen. Der Stollen hält dann mehrere Monate, zumal wir diesen durch das doppelte Einstreichen praktisch „versiegelt“ haben. Früher war es üblich, die letzten Stücke zu Ostern zu essen.
Noch ein Tip zur Rosinenproblematik. Die an der Teigoberfläche befindlichen Rosinen blähen sich auf, werden schwarz und bitter. Entfernt man die verbrannten Rosinen nach dem Backen, sieht der Stollen aus wie eine Mondlandschaft. Deshalb mache ich mir die Mühe: Drücke alle Rosinen mit einem stumpfen Löffelstiel in den Teig hinein (jeweils mehrere Rosinen in ein Loch) und verschließe die Löcher wieder. Danach den Stollen nochmals nachformen. Seitdem hatte ich keine einzige verbrannte Rosine mehr.
Rezept als PDF (mit Zeitplan)



Dresdner Christstollen,… Dresden ca 50 km von mir entfernt. Danke für das schöne Rezept. Und die tollen Rezepte auf deiner Seite. Ich freue mich einige davon nachzubacken. Ich dachte, au fein, jemand aus der Nähe (DD-Christstollen) und dann schau ich unter Kontakt, da bist du im tiefsten Bayern, sehr schön, ein Bayer mit nem Dresdner Rezept, ich schmunzel immer noch. Aber vielleicht sieht man sich ja irgendwann zum gemeinsamen backen.
LG Heike
Hallo Heike,
naja, die Dresdner Christstollen sind nunmal die besten, auch in Bayern gebackene aus bayrischem Mehl 🙂
Außerdem backe ich ja französische, italienische, persische… Gebäcke…
Herzlich – Hias
Matthias.
ich gehe gerade dein Stollenrezept durch sind 65 g Milch wirklich genug im Vergelich zu anderen Rezepten wo etwas mehr angeben werden. Ich wollte dein Rezept fuer 20, je 500g Stollen nachbacken fuer einen kleinen Weihnachstmarkt .Allerding nach und nach da meine Kuechenmaschine bei ueber 1kg streikt . Dankeschoen fuer deine Hilfe umd Tipps
Liebe Sabine,
ja, das ist korrekt. Backe dieses Rezept nun schon einigen Jahrzehnten und habe es immer wieder optimiert, u.a. den Milchgehalt reduziert.
Komm einfach vorbei und verwende meine Teigknetmaschinen – allerdings muß ich den Teig auch auf mehrere Male kneten, da ich dieses Jahr gut 50 Stollen backen darf…
Herzlich – Hias
Hallo, hast du eigentlich als Anhaltspunkt auch eine Kern-Backtemperatur? Ich backende Brot, da liegt diese bei ca. 97 Grad. Danke für eine Info. VG
Hallo Mathias, darf ich fragen aus welchem Grund du eine Alufolie unter die Backfolie gibst?
Lg Ingrid
Hallo Ingrid, mir sind häufig die Böden der Stollen zu dunkel geworden, mit der Alufolie reduziert man das… Herzlich – Matthias
Guten Tag
Kann man den Teig die ganze Nacht rasten/ ruhe lassen?
Danke und liebe Grüsse
Cam
Hallo Matthias, Dein Stollen sieht sehr gut aus. Viele Grüße aus Dresden von der Schaubäckerei Ullrich.
Tut mir leid, dass ich die Idylle damit jetzt sicher störe, aber diesem Rezept fehlt es für meine Begriffe an so einigen Zutaten und Ausgewogenheit.
Keine Prise Gewürze, keine Mischung aus verschiedenen Fetten, keine bitteren Mandeln, viel zu viel Zucker, noch nichtmal extra Stollenmehl, extrem wenig Flüssigkeit, was mir die Sache eher hin in Richtung Mürbeteig mit Hefezusatz erscheinen lässt.
Arg lange Backzeit bei diesen hohen Anfangstemperaturen. Auch sollte ein Stollen nach dem Auskühlen nicht fertig gestrichen und eingezuckert werden, sondern erst nach einigen Wochen kühler Lagerzeit und Reifung, wenn er sozusagen an der Reihe ist, gegessen zu werden.
Ich möchte das Backergebniss nicht schlecht reden, aber für mich ist das maximal ein 0815-Kaffee-Stollen, wie wir hier im Gebirge sagen würde.
Im Erzgebirge werden deutlich andere Stolln gebacken als diese spezielle Dresdner Variante, welche hier die Grundlage bildet. Und auch bei Dresdner/Sächsichen Bäckern gibt´s garantiert bessere Sorten, da bin ich mir sehr sicher.
Zum Glück sind die Geschmäcker so verschieden, dass dennoch bisher alle damit zufrieden waren.
beste Grüße von einem Bäcker
Hallo Arndt,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Da nun die Stollenbacksaison begonnen hat, möchte ich doch meine Sicht der Dinge darstellen, welche immer nur meine persönliche sein kann:
– Gewürze und Bittermandeln: Meiner Meinung reichen die enthaltenen Aromaten wie Rum, Bourbonvanille und Zitronenabrieb. Wenige Male habe ich gewürzte Stollen gebacken, die Beschenkten haben dann immer gesagt: Bitte nächstes Jahr wieder ohne Gewürze. Vermutlich ist das Geschmackssache, die auch regionsabhängig ist: Während wir in Bayern und Österreich Brot gerne würzen, finden viele Norddeutsche, dass das eher „komisch“ schmecke.
– Zucker: In den Teig kommen für einen 1,2 kg-Stollen 60 Gramm. Der Rest dient zum Bestreuen – zugegebenermaßen habe ich hier sicherheitshalber eine Menge angegeben, von der den meisten, auch mir, etwas übrig bleiben dürfte.
– Butter: Habe gerade einige Bäckereien-Homepages aufgesucht, die Original Dresdner Stollen anbieten und gerade damit werben, nur reine Butter und kein Fettgemisch zu verwenden.
– Stollenmehl: Meiner persönlichen Meinung nach eine Vermarktungsidee. Wenn man sehr gut und ausreichend lange gelagerten Weizen mit hohem Glutengehalt verwendet, dürfte es keinen Unterschied machen. Ich werde aber mal ein Stollenmehl kaufen und meine Müllerin bitten, diesen zu analysieren, vielleicht sind wir dann schlauer. Da ich immer gerne dazulerne, werde ich dieses Mehl dann natürlich auch testen.
– Flüssigkeit: In der Tat verwende ich weniger Flüssigkeit, als in anderen Rezepten angegeben. Ich habe damit über nunmehr exakt 45 Jahre Stollenbäckerei die besten Erfahrungen gemacht.
– Ich selbst lasse die Stollen meist einige Tage liegen, bevor ich sie das zweite Mal einbuttere und -zuckere. Das Bourbon-Vanille-Aroma zieht dann während der restlichen Reifezeit in den Stollen, was kurz vor dem Verzehr nicht der Fall wäre. Außerdem verschicke ich auch viele Stollen und möchte den Beschenkten nicht die Finalisierung des Stollens aufbürden.
Mit Sicherheit gibt es bessere Stollen, als diesen hier, aber wie Du schreibst, ist dies immer auch eine Geschmackssache. Niemand, der beispielsweise kein Zitronat oder Orangeat mag, wird freiwillig einen Stollen Dresdner Art essen, sondern sich nach einer Alternative umsehen.
In diesem Sinne fröhliches Backen – Matthias
Hallo lieber Mattias
Tja, als ich den jüngsten Beitrag über Dich und dein Backstübchen bei YT sah, und Du dich dort bei einer Müllerin über Stollenmehl erkundigt hattest, fiel mir tatsächlich erst auf, was der Haken an der ganzen Sache ist.
Wir gehen hier im Erzgebirge ganz selbstverständlich davon aus, dass Stollen überall bekannt, gegessen, geliebt? wird.
Aber mir wurde da erst klar, der Stollen, die Stollenzeit/saison kann gar nicht überall den gleichenn hohen Stellenwert innehaben, wie es hier bei uns üblich ist.
Demnach ist auch vollkommen klar, wenn Bäcker und Mühlen in anderen Gegenden mit dem Ausdruck „Stollenmehl“ nicht viel anfangen können.
Du hast recht. „Wenn man sehr gut und ausreichend lange gelagerten Weizen mit hohem Glutengehalt verwendet, dürfte es keinen Unterschied machen.
Wesentlich anders verhält es sich auch gar nicht – und diese Sorte wird eben in traditionellen Stollengegenden auch Stollenmehl genannt.
Es ist ein sehr backstarkes 405er, gut abgelagert. Da in unserer Gegend nicht die Weizensorten und Erträge dazu besonders taugen, werden dafür in der Regel Mischungen mit importiertem Weizen vermahlen.
Die Bezeichnung gibt es hier also seit langer Zeit. Damit werden auch 405er Mehle unterschieden, eben in backstark oder Konditormehl, kleberschwach.
Es ist also keine pure Verkaufsstrategie, jedenfalls nicht für die gewerblichen Abnehmer.
In einem kann ich Dir aber zustimmen, es gibt Mühlen, die leider recht gewöhnliches, einfaches 405er im Einzelhandel als „Stollenmehl“ verkaufen. Bei um die mit 11% gekennzeichnetem Klebergehalt sollte man aber helle genug sein, dass es wohl nicht wirklich für schweren Stollenteig geeignet ist. Jedenfalls nicht, wenn man einen tollen Teig damit hinbekommen will.
Man muss natürlich auch bedenken, nicht jeder macht die Stollen so enorm reichhaltig, sodass überhaupt ein sehr guter strapazierfähiger Klebergehalt zwingend nötig ist. Es gibt Landesteile, da sagen die Leute Stollen zu Sachen, die wir hier Früchtebrot nennen.
Sofern Ihr bei euch allgemein spitzenmäßige Weizenmehle habt, ohne dass die Müller recht mit auswärtigen Weizenlieferungen arbeiten müssen, dann seid froh darüber. Hier käme niemand auf die Idee mit standard Semmelmehl, also 630er bzw. 550er, Stollenteig machen zu wollen.
Zu den anderen Punkten nur in aller Kürze:
Butter vs. Fettgemische – dem jeweiligen Bäcker überlassen. Ich verwende etliche tierische Sorten, was mir/uns deutlich besser schmeckt als nur Butter (davon kommt ja obendrauf noch genug)
Zucker: Okay, wenn Du schreibst auf die Teigmenge kommen 60 Gramm, dann ist ja gut. Ich ging von den gesamten 150g aus, was Wahnsinn wäre!
Bei uns taucht nur im Rezept auch das auf, was wirklich direkt in die Teige kommt. Verzierungen werden nicht gewogen.
Gewürze: Es muss nicht zwingend ran, aber kann nicht schaden. Wir reden hierbei immer über „ne Prise, ne Spur“ keine Gramm-Mengen pro Stollen. Und wenn etwas deutlich hervorschmeckt, dann war es sowieso schon viel zu viel.
Darum auch sehr wenig Vanille, wenn überhaupt.
Milch: Tja, wie Du mit grade mal einem Drittel der (bei mir verwendeten) Flüssigkeit Teig machst, kommt mir schon verwunderlich vor. Irgendwoher muss ja das Mehl Wasser beziehen, um den Kleber ordentlich bilden zu können. Darum voriges Jahr meine Vermutung „Mürbteig mit Hefezusatz?“ Bitte nicht krumm nehmen.
So, dass wär`s von meiner Stelle her erstmal. Ich wünsche Dir schöne Erfolge beim Backen und viel Freude am Handwerk.
Meine Eignen hab ich gestern gebacken. 13 Dreipfünder. Zum ersten Weihnachtfeiertag frühs kann also angeschnitten werden und dann den ganzen langen Winter hindurch ein Genuss.
Lieber Arndt,
schön, dass Du den Film auf Youtube entdeckt hast. Den muss ich hier auch noch verlinken.
Danke für Deine freundliche und ausführliche Antwort. Und erst recht für Deinen Beitrag aus dem letzten Jahr – ich bin ja immer für Meinungsaustausch zu haben, lerne gerne dazu – und ohne Deinen Beitrag gäbe es nicht den kleinen Dialog mit der Müllerin Monika über Stollenmehl, das war zwar für mich kein „Ärger“, wie es Paul Enghofer nachträglich im Film gesagt hat, aber für mich natürlich ein Thema, das bestens in den kleinen Film gepasst hat.
Dass Stollen im Erzgebirge und Dresden eine deutlich größere Rolle spielt, als hier bei uns, ist doch gut! So muss es doch sein, dass alle Regionen ihre Traditionen bewahren und stolz darauf sind. Deshalb bin ich auch überhaupt nicht sauer, wenn jemand schreibt, die Dresdner können das Stollenbacken besser, im Gegenteil, es wäre traurig, wenn es nicht so wäre. Unser Film sollte Hobbybäcker und Hobbybäckerinnen ein bisschen ermutigen, sich auch mal an das Stollenbacken heranzutrauen. Also von Hobbybäcker zu Hobbybäcker.
Natürlich ist ein bisschen im Film schiefgelaufen: Die Stollen sind zu dunkel geworden (einfach während des Filmens übersehen), der exotische Stollen noch VIEL zu feucht (wir mussten aus Zeitgründen warm anschneiden, am nächsten Tag sah der Anschnitt schon ganz anders aus), und mir ist bewusst, dass ein Berufsbäcker das Aufarbeiten des Teiges deutlich professioneller macht, als ich Hausmann.
Kann man Eure Stollen online bestellen? Ich würde das sehr gerne einmal tun und Euren Stollen testen.
Ich werde jetzt gleich im Rezept in der Zutatenliste Zucker für Teig und Bestreuen sowie Butter für Teig und Bestreichen separat aufführen, damit keine Missverständnisse entstehen, Danke also auch für diesen Hinweis.
Herzliche Grüße vom Hobby- an den Berufsbäcker – Matthias
Guten Morgen, Matthias
Bin sehr erstaunt, so schnell eine Antwort vorzufinden.
Noch kurz zur Erläuterung – ich bin zwar gelernter Bäcker, backe aber nur noch nebenbei für uns privat.
Brot, Semmeln, Kuchen, Naschzeug, Konditorei- und Tortenzeug daheim, aber die Stollen jedes Jahr bei einem guten Bäckerfreund direkt in dessen Backstube. Denn reichlich 20 Kilo Teig ist daheim nicht durchführbar und Bäckereiöfen sind eben ansich besser, nicht nur größer.
Darum ist leider ne Bestellung bei mir im Grunde nicht machbar.
Wie gesagt privat und meine Menge ist jedes Jahr vorher schon verplant.
Hier im Gebirge gibt es ja quasi in jedem Dorf überlieferte Rezepuren von den Vorfahren. Die unterscheiden sich zum Teil gewaltig voneinander und auch von den Rezepten, welche die Bäckereien verwenden.
Aber evtl. für einen zukünftigen Zeitpunkt….?
Du kannst dir sicher vorstellen, dass manche Hausbäcker auch im Laufe der Zeit versuchen immer noch mehr Zutaten reinzuquetschen bzw. die Stollen der Nachbarn oder Verwandschaft übertreffen zu wollen. Da hatte man dann beim Teigmachen für die Hausbäckerkunden mitunter fast Not, einen backfähigen Teig zu machen. Im Ernstfall musste man die einfach drauf hinweisen, dass die pure Übertreibung beim Fett nichts bringt. Wenn es von der Bäckerbeute runterläuft, ist es eindeutig zuviel des Guten.
Dit Tradition Hausbäckerkunden ist jedoch inzwischen verschwindend gering geworden, leider. Die Bäcker sind darüber allerdings nicht direkt unglücklich – es müssen schließlich nicht laufend noch dutzenderlei kleinere Teige gemacht werden und deren Eigenheiten beachtet werden.
Du bäckst mit deiner tollen Ausstattung und Lizenz garantiert bedeutend mehr und regelmäßiger als ich für den Eigenbedarf.
Kurz noch zum Film. der ist sehenswert. So sehr hab ich gar nicht auf die beiden Stollenvarianten geachtet, muss ihn mir nochmal angucken. Der Punkt an dem ich hellhörig wurde, war deine Unterhaltung in der Mühle. Da fiel mir sofort ein, dass ich doch zum Thema Mehl voriges Jahr was bei Dir hier geschrieben hatte und hab deine Seite suchen lassen.
Bis bald – das Viehzeug muss erstmal versorgt werden.
Ich melde mich sicher noch bei Dir.
Arndt
Hallo Arndt,
sehr spät, aber nicht minder herzlich Danke für Deinen ausführlichen Kommentar!
Werde nächsten Herbst einige originale Stollen bei Dresdner und erzgebirgischen Handwerksbäckereien bestellen, um zu vergleichen.
Herzliche Grüße – Matthias
Hallo, gibt es eine Back-Kerntemperatur als Anhaltspunkt? Danke.
Hallo Gabriele,
habe mir ehrlichgesagt zur Kerntemperatur von Stollen noch nie Gedanken gemacht, doch auf der Seite http://www.homebaking.at meines Backfreundes Dietmar Kappl folgende Hinweise gefunden:
Kerntemperaturen bei Butterstollen:
schwach ausgebacken / 90-91°C
normal ausgebacken / 92-93°C
kräftig ausgebacken / 94-96°C
Herzliche Grüße – Matthias